Posts mit dem Label aggression werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label aggression werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Sonntag, 5. Juni 2011
Eine äußerst interessante und lehrreiche Erfahrung
Ich war letzte Woch in Bukarest bei meinen Verwandten. Ich habe eine Tante dort, die zwei Hunde besitzt - einen kleinen Havaneser, der ca 2 Jahre alt ist (ich weiß es nicht mehr genau) und eine 10 Monate alte, mittelgroße Mischlingshündin - eine echte Schönheit, die aussieht wie eine Mischung zwischen Border Collie und Deutschen Schäferhund, aber ihre Schulterhöhe ist ca 40 cm.
Ich muß dazu sagen, dass meine Tante sich den Havaneser bewusst geholt hat, nachdem ihr vorheriger Hund gestorben war, und ihr die Anwesenheit eines Hundes im Haus fehlte. Die Mischligshündin war ein Zufall - ihre Tochter hatte sie als neugeborenen Wepen in der Mülltonne gefunden (Hausmüll beim Wohnblock).
Sie haben die Kleine mit dem Fläschchen aufgezogen und sie ist ein wunderschöner, unglaublich anhänglicher und, wie ich glaube, sehr intellingenter (bzw. gelehriger) Hund geworden.
Doch leider fehlt es beiden Hunden absolut an Erziehung.
Meiner Meinung nach haben meine Verwandten leider nicht allzu viel Ahnung von Hundeerziehung, lieben die beiden aber abgöttisch und lassen ihnen daher so einiges durchgehen - was sie teilweise unglaublich anstrengend macht.
Daher habe ich versucht, während meines Aufenthaltes dort (der de facto bloß ca 4 Tage dauerte) ihnen was über Clickertraining zu vermitteln.
Nun bin ich selber werder Hundetrainerin noch außerordentlich erfahren. Doch kann ich guten Gewissens behaupten, dass mich Hundeerziehung bzw. Hundetraining unglaublich interessiert, ich einige Bücher dazu verschlungen habe, 2 Bücher davon von der Clickertraining-Erfinderin Karen Pryor.
Ich bin absolut überzeugt von der unglaublich positiven Wirkung von Clickertraining und habe selbst schon sehr positive Erfahrungen bei der Erziehung meines Hundes Rayo damit gemacht.
Nun aber zu den zwei verzogenen kleinen Biestern (Scherz!) - zu den zwei überaus süßen kleinen Hunden, die leider absolut nichts konnten und viel zu wenig kennen lernen durften, aber so ist es nun mal...
Ich habe gleich am ersten Tag, nachdem ich angekommen bin angefangen mit ihnen zu Clickern. Es dauerte ungefähr vier Clicks - bis sie verstanden, worum es ging. Dannach waren sie nur hinter mir her und drehten sofort ihr Köpfchen und sahen mich an, wenn es klickte.
Die ersten Übungen waren, schau mich an (aber noch ohne Kommando) und bei der Hündin, die schon Sitz konnte "sitz" auf Kommando. Mehr um das Prozedere zu festigen, als ihr was neues beizubringen.
In den nächsten 1 bis 2 Übungseinheiten, habe ich es geschafft der Hündin, die sich laut Aussage meiner Tante, nie auf Kommando oder sonstigen Überredungskünsten hinlegen wollte, "Platz" beizubringen. Meine Tante war außer sich vor Überraschung und Freude, als ich es ihr vorführte.
Die noch größere Überraschung jedoch war, als ich dem Havaneser, Nigel, "sitz" beibrachte. Sie konnte es nicht fassen.
Ich muss dazu sagen, dass Nigel der dominanteste Hund war, den ich je kennen gelernt habe. Mir ist absolut bewusst, wie problematisch dieser Begriff ist, wieviel Unsinn in diesem Zusammenhang verbreitet wurde, und habe durch einige Bücher viel dazu gelernt was "Dominanz" überhaupt bedeutet.
Um es klarer auszudrücken: Nigel wollte sich immer durchsetzen. Er sprang immer selbstsicher auf des Meschen Schoß, wollte man ihn jedoch herunterschubsen oder ihn sanft zur Seite geben, fing er sofort an zu knurren (teilweise sogar mit beginnenden Zähnefletzschen).
Er konnte es nicht ausstehen wenn man ihn hochhebte (eine Tatsache, die seine Frauchen und Herrchen nicht wahrhaben wollen und durch gutem Zurreden und Küsschen mildern wollen - PAH!)
Oft lief er einem entgegen, stellte sich auf seine Hinterbeine, die Vorderpfoten gegen einen gestemmt und starrte einem mit einem trotzigen, fixierenden Blick an. Mehr als einmal gab er mir unmissverständlich zu verstehen, dass er das jetzt kontrollieren wird, ob ich in dieses Zimmer wirklich hineingehe.
Der Hund war mir nicht ganz geheuer (die ersten zwei Tage sollte er mich noch das Fürchten lehren). Ich muss dazu sagen, dass ich fast nie vor Hunden Angst habe - früher sowieso nicht, da wusste ich nicht dass das überhaupt möglich ist; seit ich mehr weiß, bin ich vorsichtiger.
Doch mit den Tagen wurde es besser.
Sehr bald liebte er das Clickern und ohne dass wir daran arbeiteten, schien er mir auch weniger trotzig/ dominant.
Er war gleichzeitig auch sehr liebevoll und liebend. Jeden Morgen begrüßten mich die zwei Hunde indem sie auf mein Bett sprangen, auf mir rumtrampelten und mein ganzes Gesicht abschleckten. Was soll ich dazu sagen? Man hatte ihnen nie beigebracht, nicht aufs Bett zu hüpfen, also hab ich mich gar nicht erst zu wehren versucht, hätte aus meiner Sicht keinen Sinn gehabt und hätte sie nur durcheinander gebracht. Außerdem liebe ich Hunde. ;-)
Ich habe meiner Tante in Kurzfassung das Klickern beigebracht - es ist unglaublich wie schwierig es ist alles Wichtige in wenige Sätze zu packen.
Ich habe ihr gezeigt, wie es gemacht wird, hab ihr eineige der wichtigsten Prinzipien erklärt. Ich habe immer noch das Gefühl, dass ich viel zu wenig erklären konnte - aber naja - besser als nichts. Zum Schluss, an dem Nachmittag an dem ich wieder fliegen sollte - habe ich ihr 4 handgeschriebene Seiten mit den wichtigsten Dingen zusammengefasst.
Seitdem schreiben wir uns Mails.
Und nun das Erstaunliche:
Sie hat das Gefühl, seitdem sie klickert, hat sie das Wesen von Nigel besser verstanden. Sie fühlt sich mit ihm mehr verbunden, als je zuvor und dass er wirklich das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und nach Kommunikation hat!
Dieser Hund, der ständig knurrte und seinen Willen haben wollte?! Vielleicht hat er nur versucht zu zeigen, was er will und was nicht, wie jedes Individuum.
Jedenfalls bin ich sehr glücklich über die Dinge, die sie mir schreibt. Sie übt wirkich täglich und hat sogar dem Hund, dem "nichts beigebracht werden kann" (Worte meines Onkels), "platz" beigebracht.
Ich weiß das klingt für manche vielleicht lächerlich, jeder normale Mensch könne das seinem Hund beibringen. Doch hätten sie das Vorher und das Nachher gesehen, wären sie genau so erstaunt wie ich. Es geht gar nicht so sehr um das Erziehen der Hunde. Es geht darum, dass Mensch und Hund es vorher nicht geschafft haben aufeinander einzugehen und sich verständlich zu machen - und nun haben sie es geschafft dies zu bewerkstelligen.
Als kleinen Nebeneffekt haben sie aufgehört Menschen willkürlich auf der Straße anzubellen (was sie bisher beim Spaziergang oft machten, was meine Tante fast zur Verzweiflung brachte). Sie bellen aber immer noch andere Hunde und Katzen an.
Kann das wirklich nur von den paar Übungen kommen? - Unglaublich!
Der Hund ist sichtbar zufriedener und meiner Tante kann man die Begeisterung auch aus jeder Mail herauslesen.
Ich hoffe dass das anhält und bin sehr froh und auch ein bisschen stolz, dass ich helfen konnte.
Dienstag, 26. April 2011
Fortschritte und Vorsätze
Beim Umsteigen von einer U-Bahn in eine andere, also in U-Bahnstationen zeigt Rayo die meisten Probleme. Er ist mittlerweile so aufgeregt, dass er manchmal alles anbellt, was sich um ihn befindet. Waren es anfangs nur Menschen, die sich komisch bewegen, zum Beispiel laufen, oder die ihn fixieren, richtet sich seine "Agression" mittlerweile gegen alles.
Ich setze Agression deswegen unter Anführungszeichen, da es für mich klar ist, dass dieses Verhalten aus seiner Unsicherheit entsteht. - Er ist kein agressiver Hund in dem Sinn. Er ist in Wirklichkeit friedlich und freundlich. Es sind eben für ihn extreme Stressituationen, mit denen er nicht umgehen kann.
Die Situationen sind immer nur beim Umsteigen und Aussteigen aus öffentlichen Verkehrsmitteln, ganz besonders aus der U-Bahn. Viel, viel weniger bei Bussen oder Straßenbahnen.
Wir hatten heute trotzdem einen kleinen Fortschritt in so einer Situation. Ich konnte ihn beim Umsteigen aus U2 zu U4 (Karlsplatz), wo er am meisten Angst verspürt, sehr erfolgreich mit meiner Stimme beruhigen und ablenken indem ich das "Kommando" SCHAU benutzt habe. Er ging daraufhin über relativ große Distanzen mit direktem Blickkontakt zu mir im perfektem FUSS (was man gemeinhin unter dem Kommando BEI FUSS abruft) und hat sich sichtlich beruhigt, da er dem Geschehen um sich herum automatisch weniger Beachtung widmen konnte.
Trotzdem werde ich versuchen U-Bahnen so weit wie möglich zu meiden und werde versuchen mehr mit Straßenbahn und Bus zur Arbeit zu fahren. Mal sehen, ob es mir gelingt...
Andere erfreuliche Neuigkeiten gibt es im Bezug auf das Verhalten mit anderen Hunden. Im Freilauf geht es immer, immer besser. Ich bin inzwischen richtig begeistert, wie toll er mit anderen Hunden umgehen kann. Er zeigt laufend Beschwichtigungssignale in schwierigen Situationen, wirkt aber trotz allem nicht ängstlich. Er schein es zu genießen, Situationen deeskalieren zu können und kommt häufig zu mir zurückgelaufen, nachdem er so eine Hundebegegnung hatte (die gut verlief) und scheint sich richtig zu freuen, wie toll er das gemacht hat.
Ich weiß, das klingt jetzt sehr interpretiert, aber es ist auf jeden Fall eine ganz deutliche Besserung zu verzeichnen, im Vergleich zu früher.
Ich lobe ihn fast immer nach erfolgreichen Begegnungen, deswegen glaube ich schon, dass er es verstanden hat, worum es geht und dass deswegen froh zu mir kommt, weil er weiß, dass er manchmal ein Leckerlie dafür bekommt.
An der Leine geht es manchmal besser, aber es gibt dieses Problem, dass er in manchen Situationen generell unter Stress steht und daher auch vermehrt in diesen Situationen auf vorbeigehende Hunde reagiert.
Trotzdem gibt es auch im Gehen an der Leine merkliche Verbesserungen.
Insgesamt bin ich sehr zufrieden über die Verbesserungen. An manchen Tagen geht es mir aber auch schlechter, wenn ich wieder einen anstrengenden Heimweg mit ihm hatte.
Was ich in nächster Zeit üben will:
- das Kommando WARTE (er soll im Freilauf, wenn er voraus geht, stehen bleiben und auf mich warten, bis ich ihn einhole)
Hier habe ich das Gefühl, dass ich bisher versucht habe zu schnell vorzugehen. Ich muss den Moment, wenn er stehen bleibt besser markieren (Clicker, nicht nur Worte) und während dessen selbst stehen bleiben. Erst dann langsam weitergenen. Und am Anfang mit kleineren Distanzen üben. Erst nach einem Spaziergnang (auf dem Heimweg) üben!
- SITZ und PLATZ aus der Entfernung
- Seite wechseln (wenn er links geht, auf die rechte Seite hinter mir vorbeiwechseln und umgekehrt)
- "Natur Agility"; Herumlaufen um einen Baum, oder anderen Gegenstand, der in einiger Entfernung steht, dann hinter mir vorbeilaufen. Dadurch immer größere Achten, oder Kreise bilden. Es ensteht eine Bewegung wie beim "Longieren" aber ohne abgesteckten Kreis.
Ich setze Agression deswegen unter Anführungszeichen, da es für mich klar ist, dass dieses Verhalten aus seiner Unsicherheit entsteht. - Er ist kein agressiver Hund in dem Sinn. Er ist in Wirklichkeit friedlich und freundlich. Es sind eben für ihn extreme Stressituationen, mit denen er nicht umgehen kann.
Die Situationen sind immer nur beim Umsteigen und Aussteigen aus öffentlichen Verkehrsmitteln, ganz besonders aus der U-Bahn. Viel, viel weniger bei Bussen oder Straßenbahnen.
Wir hatten heute trotzdem einen kleinen Fortschritt in so einer Situation. Ich konnte ihn beim Umsteigen aus U2 zu U4 (Karlsplatz), wo er am meisten Angst verspürt, sehr erfolgreich mit meiner Stimme beruhigen und ablenken indem ich das "Kommando" SCHAU benutzt habe. Er ging daraufhin über relativ große Distanzen mit direktem Blickkontakt zu mir im perfektem FUSS (was man gemeinhin unter dem Kommando BEI FUSS abruft) und hat sich sichtlich beruhigt, da er dem Geschehen um sich herum automatisch weniger Beachtung widmen konnte.
Trotzdem werde ich versuchen U-Bahnen so weit wie möglich zu meiden und werde versuchen mehr mit Straßenbahn und Bus zur Arbeit zu fahren. Mal sehen, ob es mir gelingt...
Andere erfreuliche Neuigkeiten gibt es im Bezug auf das Verhalten mit anderen Hunden. Im Freilauf geht es immer, immer besser. Ich bin inzwischen richtig begeistert, wie toll er mit anderen Hunden umgehen kann. Er zeigt laufend Beschwichtigungssignale in schwierigen Situationen, wirkt aber trotz allem nicht ängstlich. Er schein es zu genießen, Situationen deeskalieren zu können und kommt häufig zu mir zurückgelaufen, nachdem er so eine Hundebegegnung hatte (die gut verlief) und scheint sich richtig zu freuen, wie toll er das gemacht hat.
Ich weiß, das klingt jetzt sehr interpretiert, aber es ist auf jeden Fall eine ganz deutliche Besserung zu verzeichnen, im Vergleich zu früher.
Ich lobe ihn fast immer nach erfolgreichen Begegnungen, deswegen glaube ich schon, dass er es verstanden hat, worum es geht und dass deswegen froh zu mir kommt, weil er weiß, dass er manchmal ein Leckerlie dafür bekommt.
An der Leine geht es manchmal besser, aber es gibt dieses Problem, dass er in manchen Situationen generell unter Stress steht und daher auch vermehrt in diesen Situationen auf vorbeigehende Hunde reagiert.
Trotzdem gibt es auch im Gehen an der Leine merkliche Verbesserungen.
Insgesamt bin ich sehr zufrieden über die Verbesserungen. An manchen Tagen geht es mir aber auch schlechter, wenn ich wieder einen anstrengenden Heimweg mit ihm hatte.
Was ich in nächster Zeit üben will:
- das Kommando WARTE (er soll im Freilauf, wenn er voraus geht, stehen bleiben und auf mich warten, bis ich ihn einhole)
Hier habe ich das Gefühl, dass ich bisher versucht habe zu schnell vorzugehen. Ich muss den Moment, wenn er stehen bleibt besser markieren (Clicker, nicht nur Worte) und während dessen selbst stehen bleiben. Erst dann langsam weitergenen. Und am Anfang mit kleineren Distanzen üben. Erst nach einem Spaziergnang (auf dem Heimweg) üben!
- SITZ und PLATZ aus der Entfernung
- Seite wechseln (wenn er links geht, auf die rechte Seite hinter mir vorbeiwechseln und umgekehrt)
- "Natur Agility"; Herumlaufen um einen Baum, oder anderen Gegenstand, der in einiger Entfernung steht, dann hinter mir vorbeilaufen. Dadurch immer größere Achten, oder Kreise bilden. Es ensteht eine Bewegung wie beim "Longieren" aber ohne abgesteckten Kreis.
Freitag, 15. April 2011
Stimmungsschwankungen
Rayo ist in den letzten ca. 2 Wochen etwas schwierig. Ich weiß nicht woran das liegt, oder wodurch es ausgelöst geworden sein könnte. Er ist sehr nervös, wenn wir unterwegs sind und reagiert sehr empfindlich sowohl auf anderen Hunde (wieder einmal, teilweise selbst in größerer Entfernung - ab 10 bis 20m, was sich eigentlich schon gelegt hatte), als auch auf hektische Bewegungen von Menschen und Gegenständen.
Besonders hat er Angst vor Flaggen und Markisen, die sich im Wind bewegen, aber auch vor Vordächern oder aus der Fassade hervorragenden Schildern. Er sieht dann immer nach oben und zuckt ein wenig zusammen oder versucht auszuweichen. Teilweise ist er sogar ein bisschen ängstlich vor im Wind wackelnden Bäumen.
Gerade beim Fahren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wirken sich diese Ängste sehr schlecht aus. Er ist dann sehr unausgeglichen und ich muss ständig aufpassen dass er niemanden anhüpft bzw. anknurrt oder anbellt - er tendiert dazu, wenn er sich von etwas oder jemanden bedroht fühlt.
Insgesamt ist das an manchen Tagen extrem anstrengend für mich und ich komme abends gereizt und müde nach hause.
Wenn ich Zeit habe werden ich versuchen wieder etwasa mehr (Clicker)training in den Alltag oder ein paar Sessions einzubauen.
Besonders hat er Angst vor Flaggen und Markisen, die sich im Wind bewegen, aber auch vor Vordächern oder aus der Fassade hervorragenden Schildern. Er sieht dann immer nach oben und zuckt ein wenig zusammen oder versucht auszuweichen. Teilweise ist er sogar ein bisschen ängstlich vor im Wind wackelnden Bäumen.
Gerade beim Fahren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wirken sich diese Ängste sehr schlecht aus. Er ist dann sehr unausgeglichen und ich muss ständig aufpassen dass er niemanden anhüpft bzw. anknurrt oder anbellt - er tendiert dazu, wenn er sich von etwas oder jemanden bedroht fühlt.
Insgesamt ist das an manchen Tagen extrem anstrengend für mich und ich komme abends gereizt und müde nach hause.
Wenn ich Zeit habe werden ich versuchen wieder etwasa mehr (Clicker)training in den Alltag oder ein paar Sessions einzubauen.
Sonntag, 20. März 2011
Wie ich mit Rayos Verhalten umgehe - eine Zusammenfassung
Eine etwas längere Zusammenfassung. Ich hab's auch im WUFF Forum gepostet, wo ich seit kurzem angemeldet bin:
Bevor ich schlafen gehe, will ich noch einige Worte zu diesem leidigen Thema "Hundeaggression" verlieren. Weil es mich beschäftigt. Weil ich selbst schon lange auf der Suche nach Informationen im Web darüber war. Weil ich wissen wollte, wie andere Menschen damit umgehen, wenn ihr Hund an der Leine auszuckt und sich benimmt, als wäre er nicht er selbst. Und weil es zwar einige Tipps zu finden gibt, was man tun oder lassen sollte, aber nie oder sehr selten Erfahrungsberichte gibt, wie diese funktioniert haben oder wie man denn nun seinen Alltag lebt, will ich mal einen Beitrag dazu leisten.
Ich habe von Leuten gehört (einer Frau in der U-Bahn), dass sie einen Hund hat, mit dem sie nur um 4 Uhr früh spazieren gehen kann, weil dieser so derartig arg auf andere Hunde reagiert.
Ich habe mit einer Frau in einer Hundezone geredet, die eine wirkliche entzückende Golden Retriever Hündin hatte, die gerade sehr süß mit meinem Rüden spielte - die sehr leinenaggessiv ist. Ich konnte es fast nicht glauben - dieses süße "Mädel"?
Wir haben ein bisschen Erfahrungen ausgetauscht und ich fand es so schön, dass ich mit jemandem so offen und ehrlich darüber reden konnte. Ohne blöde Ratschläge, ohne Besserwisserei, ohne Du-musst-es-so-und-so-machen, ohne da-bist-du-aber-selber-dran-schuld.
Ich bin zu dem Schluss gekommen - es kann passieren. Und man hat daran wahrscheinlich nicht selber Schuld. Ein Hund kann (leinen)aggressiv werden bzw. unverträglich mit anderen Hunden. (Meiner ist nur an der Leine gestört, nicht im Freilauf).
Ich habe ein tolles Buch gelesen "Healing the aggressive dog" von Emma Parsons (im Original). Das Problem wird mit Clicker-Training angegangen und ich halte viel davon.
Sie ist eine Trainerin, die selbst die Erfahrung gemacht hat einen Hund zu haben der zur "Bestie" wird in Anwesenheit anderer Hunde. Und sie war vorher SEHR hundeerfahren. Hatte mehrere Hunde in Obedience ausgebildet und mit Ihnen Wettbewerbe gewonnen, hatte, glaube ich selbst auch Hunde gezüchtet etc.
Sie holte sich von einer Züchterin einen Golden Retriever mit dem sie viel vorhatte. Sie wollte mit ihm Obedience Turniere bestreiten und ihn zum Rettungshund ausbilden. Der Welpe wurde gut sozialisiert, bla bla bla - alles was man so machen sollte.
Mit 7 Monaten fing es an - der Hund vertrug andere Hunde nicht.
Es wurde mit der Zeit immer schlimmer - erst nur ein wenig, irgendwann zuckte der Hund so aus, hatte teilweise solche Panische Angst, dass sie nicht mehr in die Öffentlichkeit mit ihm konnte.
Im Buch kann man weiterlesen, wie sie es geschafft hat, diesen Hund wieder zur Normalität zu bringen. Doch sie sagt selbst, obwohl sie es gut im Griff haben, sogar bei Turnieren teilnehmen können - in Anwesenheit zahlreicher anderer Hunde - der Hund wird nie ein selbstbewusster, gelassener Hund sein, mit dem man spazieren gehen und in den Himmel starren kann.
Und das wird mein Hund, Rayo, auch nicht werden.
Doch ich hab' mich damit abgefunden - meine Methode damit umzugehen, werde ich kurz schildern.
Erstens und am wichtigsten - man lege sich eine dicke Haut zu. Es muss einem schnurz sein - was andere denken könnten, wie andere Leute schauen, ob sie einen wohl für doof oder unfähig halten, was das wohl für ein Hund ist usw. und so fort.
Man muss daran arbeiten - es gibt dafür eine Vielzahl an Methoden und man übe sie am Anfang am besten mit einem Trainer oder so. Hab ich auch gemacht - doch im Endeffekt muss man selber üben, je öfter desto besser - Trainer hin oder her.
Jetzt habe ich keine Trainerin mehr - und ich sollte öfter üben. Die Übungen sind kein Geheimnis, aber dieser Eintrag ist eh schon so lang, ich werd das jetzt hier nicht ausführen.
Man muss lernen (und es ist nicht einfach, und es funktioniert nicht auf Anhieb) Gelassenheit zu signalisieren. Es macht tatsächlich einen Unterschied, auch auf den Hund. Das heisst nicht, dass er deswegen plötzlich aufhören wird, aggressiv zu sein, aber es wird ihm dabei, zusammen mit den Übungen, helfen.
"Deine Anspannung überträgt sich durch die Leine auf den Hund" - ich habe diesen Spruch gehasst. Was soll das heissen? Dass ich dran Schuld bin? Dass ich ihn dazu bringe, so zu reagieren?! Der Grund, WARUM ich angespannt bin, IST ja sein bescheuertes Benehmen!! Sonst WÄR ich ja nicht angespannt!!!
Ich bin drüber hinweg. Es ist mir schnurz wurscht, wenn wir einem anderen Hund begegnen. Klar versuche ich den Abstand zwischen meinem und ihn zu vergrößern, indem ich einen Bogen gehe bzw. komplett auf die andere Straßenseite ausweiche - aber manchmal GEHT DAS EBEN NICHT. Es geht nicht in einer vollen U-Bahn, wenn man da friedlich steht und es steigt ein anderer Hund ein, es geht nicht in einer Unterführung, die insgesamt nur 4 m breit ist und ich kann nicht dauernd wie ein Bescheuerter in Zickzacklinien gehen. Nein, ich werd mich nicht davon fertig machen lassen, dass mein Hund irgend ein komisches, mir unerklärliches Problem hat.
Also, da kommt uns ein Hund entgegen und ich merk, ich werd nicht ausweichen können. Kein Problem. Ich ändere nicht meine Gangart, werde, wenn geht, nicht schneller oder langsamer. Ich nehme aber schon mal die Leine ein bisschen kürzer und achte gleichzeitig darauf, dass sie nicht in Spannung kommt (vorausgesetzt mein Hund geht noch immer halbwegs entspannt neben mir). Aber ich kürze die Leine auf so ca. 30 - 50 cm ab seinem Hals bzw. Brustgeschirr (am Halsband hat man aber alles viel besser unter Kontrolle).
Und dann geh ich meines Weges. Und manchmal läuft es super und mein Hund geht fröhlich weiter, manchmal schaut er nur ein bisschen rüber und lehnt sich gegen mich und manchmal, tja, machmal geht er auf 180 und schreit sich die Seele aus dem Leib. Aber ich kann damit umgehen. Ich scheiß mir deswegen nicht in die Hose und ich halt meine Nerven zusammen. Ich schrei ihn nicht an oder schrei' sonst wie wie ein Trottl herum. Schaut nur bescheuert und unfähig aus und meinem Hund hilft's auch nicht.
Ich kontrolliere meinen Gesichtsausdruck und versuch nicht böse, zornig, ängstlich oder sonst wie hilflos auszusehen - schaut nur noch doofer aus, als eh schon.
Manchmal schaff ich es sogar mich über den Lärm hinweg mit einer Person zu unterhalten, als sei nichts gewesen.
Ja und zwei Meter später ist das ganze vorbei und ich kann meinen Spaziergang fortsetzen.
Manchmal passiert das ganze jedoch blöder Weise öfter in einer Reihe (an manchen Tagen hat man so ein verdammtes Pech). Da ist es wirklich schwer sich zusammenzureissen.
Jedenfalls - mir hat dies Methode geholfen - zusammen mit den Übungen.
Wir haben immer öfter Erfolge - friedliches Passieren unbekannter Hunde - doch manchmal auch Rückschläge.
Aber ich werd meinen Hund deswegen nicht hassen und mich auch nicht. Denn wir können beide nichts dafür.
Ich werd weiter mein Bestes geben und es wird immer besser werden.
Montag, 14. Februar 2011
Der Zauber von Hundespielsachen
Einige Zeit ist vergangen seit meinem letzten Eintrag. Das bedeutet aber nicht dass wir (Rayo und ich) untätig waren. Ganz im Gegenteil.
Ich habe angefangen Aufzeichnungen zu führen darüber, was Rayo schon kann, was ich mit ihm übe und wie es weitergehen soll. Ich habe zwar das Gefühl, dass das System, wie ich die Aufzeichnungen führe, noch nicht ganz ausgereift ist, aber immerhin. Es ist eines der wichtigsten Dinge beim Training, dass man Aufzeichnungen führt. Leider beinhalten diese Aufzeichnungen immer noch zu viel Blabla, also zu viel Text. Ich sollte es viel tabellarischer oder stichwortartiger machen und mir den Text für den Blog aufheben.
Wir haben Fortschritte in einigen Grundübungen gemacht, aber nichts bahnbrechendes.
Was viel "bahnbrechender" ist, ist dass Rayo vieeel besser an der Leine geht, sich während der Spaziergänge immer wieder bewusst umschaut nach mir und sogar stehen bleibt um auf mich zu warten, dass ich ihn einhole.
Er hört darauf, wenn ich ihm zurufe "warte", z.B. wenn wir uns dem Ende einer Gasse nähern, oder wenn ich sage "bleib da", damit er nicht versucht zu einem anderen Hund oder zum Baum auf der anderen Straßenseite zu wechseln.
Ich benutze die Flexileine um ihm so viel Freiheit wie möglich zu geben, aber falls er nicht auf mein Zurufen hört, kann ich ihn stoppen, bevor er die Straße erreicht oder sonst irgend einen Blödsinn anfängt. Aber die Anzahl, wie oft ich auf die "Stopptaste" an der Leine drücke, nimmt stetig ab. Oft rufe ich ihn zu mir und schaue ob er kommt ohne dass ich ihn "zupfen" oder ziehen muss. Es klappt immer besser.
Das beste, dass ich jedoch entdeckt habe ist folgendes: Futter funktioniert bei Rayo zwar super als Motivation, doch in letzter Zeit hat er angefangen wirklich gerne zu spielen: Zerrspiele, Bringspiele mit dem Ball etc. Auf einen Hinweis hin (aus dem Internet gefischt) habe ich versucht zu sehen, in wie fern er sich motivieren lässt nur für ein Spielzeug Kommandos auszuführen. Es funktioniert super! Ausgezeichnet sogar!
Als Beispiel folgendes Ereignis:
Ich war heute in der Hundezone - jene am Gürtel (Eichenstraße) die in zwei Teile geteilt ist (durch ein Gitter mit Türchen in der Mitte). So können auf der einen Seite z.B. kleinere Hunde spielen, während sich auf der anderen Seite größere befinden, oder aber Hunde auf getrennten Seiten, die sich nicht vertragen. Eine super Sache...
Ich bin mit Rayo in die eine Hälfte gegangen und habe angefangen mit ihm mit dem Ball zu spielen. Nach einer Minute oder so, habe ich gesehen, dass hinter uns gleich ein paar Leute mit mehreren sehr großen Hunden hineinkommen (ich kenne die). Ich wusste Rayo kann die nicht wirklich ausstehen. Er hat sie schon öfters verbellt und sie haben sich auch schon durchs Gitter böse Knurrduelle gegeben.
Rayo hat die Hunde auch entdeckt - sie waren auch schon ruckzuck herinnen in unserer Zone.
Doch allein mit aufmunternden Worten und ein bisschen Animieren zum Spielen bin ich mit Rayo einfach hinüber gegangen, in die andere Hälfte.
Das klingt jetzt so unspektakulär, doch früher wäre er sofort hingerast zu den anderen, hätte mit seinem Imponiergehabe angefangen und man hätte fürchten müssen, dass die gleich zum Raufen anfangen. Er hätte mich früher links liegen gelassen und hätte nicht einmal zurück gesehen. Doch diesmal - er hat sich nur ganz kurz nach den anderen umgeschaut und war scheinbar mehr als glücklich, dass wir hinüber gehen und in Ruhe spielen können.
Kein Zeichen von Agression!
Ich war schon lange nicht mehr so begeistert.
Später konnte ich ihn von einem kleinen Hund den er ein bisschen herumjagen wollte, der sich aber gefürchtet hat, zurückrufen und er kam! Ganz einfach. Mit Futter wäre das wahrscheinlich nicht gegangen. - Und man will nicht immer mit einem Roastbeaf herumrennen, damit es auch wertvoll genug ist als Anreiz.
Ein einfacher Gummiball an einer Schnur genügt. Ich liebe diesen Ball bestimmt mindestens so viel wie Rayo. Ich werde ihn nur zu speziellen Anlässen heraus kramen, damit er ja interessant bleibt.
Und hier die besagten Hunde (an einem anderen Tag, als Rayo sie lieber am Zaun gejagt hat, als auf mich zu hören):
Mittwoch, 11. August 2010
Rayos Auszucker
Nachdem die letzten 2 Tage schrecklich waren, heute endlich wieder ein bisschen besser - aber eins nach dem anderen.
Seit einigen Tagen, nehmen wir Rayo wieder mit in die Arbeit, damit er nicht so viel alleine ist. Außerdem dachten wir ein bisschen Abwechslung wäre auch nicht schlecht.
Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, da ich es sowieso nicht mehr ganz genau weiß und es aber auch nicht notwendig ist: Gestern und vorgestern waren, was Rayos Zustand anbelangt, schrecklich. Er war draußen nervös, hat fast ständig die Umgebung abgesucht und hat auf jeden noch so kleinen und auch weit entfernten Hund heftig reargiert. Seine körperliche Anspannung konnte man an den aufgestellten Ohren und Rute sehen, außerdem lehnte er sich fast ständig nach vorne, streckte den Hals und bewegte den Kopf ruckartig hin und her, als ob er jeden Moment jemanden oder etwas erwarten würde. Auf mich wirkte er weniger ängstlich als angespannt, eher erregt, nervös. Wir hatten zahlreiche "Zusammenstöße" mit Hunden. Meine Nerven lagen am Ende ebenfalls blank und ich hatte eigentlich überhaupt keine Lust mehr auf loben, Aufmerksamkeit einfordern und unsere sonstigen Übungen, da sowieso nichts zu funktionieren schien. Ich habe ihn dann die meiste Zeit einfach weitergezogen und nichts gesagt.
Selbst in der Hundezone hatte er zwei Konflikte. Ein Hund war ziemlich ängstlich und wollte sich von Rayo nicht beschnuppern lassen. Er hatte sich unter einer Bank verkrochen und wollte da nicht heraus, woraufhin Rayo angefangen hat ihn anzubellen und anzuknurren, was das Zeug hält. Jedoch nicht etwa in der Art, wie als Spielaufforderung, sondern eher aggressiv. Natürlich habe ich ihn da weggezogen und weggeführt. Die Hundezone war relativ groß, also habe ich ein bisschen gewartet und ihn wieder laufen lassen, weil ich mir gedacht habe, er wird den anderen schon in Ruhe lassen. Hat er auch - für etwa 3 Minuten. Als die Besitzer des anderen Hundes mit diesem aus der Hundezone gehen wollten und ihn unter der Bank hervorgeholt haben, ist Rayo wieder hingestürmt um ihn nieder zu machen (trotz meiner Rufe "Nein, Rayo. Komm her, Rayo..."). Mir hat's dann auch gereicht und ich habe Rayo ziemlich ausgeschimpft inkl. 2 Klapse auf dem Po, was ich normalerweise nicht mache, aber ich war echt sauer.
Heute habe ich ihm in der Früh "Rescue-Tropfen" gegeben. Ich weiß nicht ob sie etwas geholfen haben. Wir hatten heute nämlich auch relativ viel Glück und haben nur wenige Hunde auf der Strasse getroffen. Einen "Zusammenstoß" hatten wir aber doch - auf dem Heimweg. Wir fuhren in der Straßenbahn und waren im Wagon bei der vorletzten Tür von hinten. Nach einigen Stationen ist ganz hinten eine Frau mit einem mittelgroßen Hund eingestiegen (ca. 30-40 cm Schulterhöhe). Als Rayo ihn gesehen hat, hat er sofort mit seinem wildesten, markerschütterstem Gebell angefangen und hat sich gewunden und zu dem Hund hingezogen. Ich habe ihn darauf hin "in den Schwitzkasten" genommen, weil er erstens unansprechbar war (auch wegen der Lautstärke - er hätte sowieso alles übertönt) und außerdem wären wir bestimmt vom Fahrer bald herausgeschmissen worden, wenn das länger gedauert hätte. Rayo hat sich in meiner Umklammerung gewunden und versucht heraus zu schlüpfen. Ich habe ihn auch nicht lange so gehalten. Allerhöchstens 20 Sekunden, vielleicht auch nur 10. Jedenfalls ist dann etwas sehr eigenartiges passiert: Nachdem ich ihn losgelassen habe, hat er aufgehört. Er hat nicht mehr gebellt, nicht mehr an der Leine gezogen, nichts. Er hat ganz kurz leise gewimmert, als würde er gerne zu dem Hund wollen, doch nur sehr kurz. Dann war er still, ruhig und sein Körper war nicht mehr angespannt. Nachdem er einige Zeit zu dem Hund geschaut hat, hat er sich sogar von sich aus umgedreht und hat uns angeschaut bzw. sich so benommen, wie er sich normalerweise benimmt in der Straßenbahn.
Ich frage mich, warum er dann so ruhig war. Hat er es einfach akzeptiert, dass er da nichts mehr machen kann und auch nicht hinkönnen wird, zum anderen Hund? Oder hat er gemerkt, dass der andere sowieso nicht herkommt und er deswegen nichts mehr zu machen braucht?
Ich weiß es nicht.
Fast die gleiche Situation hatten wir am Montag: Wir haben auf einer Bank auf den Bus gewartet und ein relativ kleiner Labrador Retriever (ein heller) ist hinter uns vorbei gegangen. Er war ganz ruhig, hat Rayo nicht einmal richtig beachtet oder angeschaut. Trotzdem ist Rayo bei seinem Anblick (er hat ihn schon von weitem gesehen) außer Rand und Band geraten. Er hat wieder geknurrt und sich gewunden, wollte über die Bank springen, zu ihm hin etc. Ich habe ihn dann einfach am Halsband und Geschirr gleichzeitig fest gehalten, habe ihn aber weder hinuntergedrückt noch in irgend eine andere Richtung gezogen, sonder einfach nur an der Stelle wo er gestanden hatte fixiert und habe nichts gesagt. Da er sich aber so fest gewunden hat, war ein ziemlich starker Zug auf den Bändern des Geschirrs. Ich weiß nicht ob es ihm weh getan hat, oder ob er einfach aus Wut oder Angst geschrien hat, jedenfalls hat er plötzlich mindestens 3 Mal sehr laut gejault, als ob man ihm sonst etwas antun würde. Ich habe ihn trotzdem nicht losgelassen, da er sonst über die Bank gesprungen wäre. Jedenfalls hat er dann von alleine aufgehört. Das Ganze ist wieder sehr schnell abgelaufen. Insgesamt hat es etwa vielleicht eine Minute gedauert. Als er dann still war, hat er den anderen Hund nur nebenbei beobachtet und ihn gar nicht so fixiert, wie man es vielleicht erwartet hätte - so wie er es macht BEVOR er zu bellen anfängt.
Ich glaube nicht, dass ich diese Situationen wirklich hätte verhindern können. Es ist mir nicht wirklich möglich ständig von einer Straßenseite auf die andere zu flüchten und ständig Richtungen zu wechseln etc. Abgesehen davon hab' ich auch nicht die Nerven dazu. Manchmal habe ich eben keine Lust eine Extrarunde zu gehen, nur um den einen Hund nicht zu treffen - und was garantiert mir, dass nach der nächsten Ecke nicht der nächste daher kommt?
Vielleicht hat es etwas zu bedeuten, dass Rayo sich nach dem "Festhalten" so radikal verändert, vielleicht lässt sich daraus eine Strategie entwickeln oder ein Grund für sein Verhalten ablesen...
Seit einigen Tagen, nehmen wir Rayo wieder mit in die Arbeit, damit er nicht so viel alleine ist. Außerdem dachten wir ein bisschen Abwechslung wäre auch nicht schlecht.
Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, da ich es sowieso nicht mehr ganz genau weiß und es aber auch nicht notwendig ist: Gestern und vorgestern waren, was Rayos Zustand anbelangt, schrecklich. Er war draußen nervös, hat fast ständig die Umgebung abgesucht und hat auf jeden noch so kleinen und auch weit entfernten Hund heftig reargiert. Seine körperliche Anspannung konnte man an den aufgestellten Ohren und Rute sehen, außerdem lehnte er sich fast ständig nach vorne, streckte den Hals und bewegte den Kopf ruckartig hin und her, als ob er jeden Moment jemanden oder etwas erwarten würde. Auf mich wirkte er weniger ängstlich als angespannt, eher erregt, nervös. Wir hatten zahlreiche "Zusammenstöße" mit Hunden. Meine Nerven lagen am Ende ebenfalls blank und ich hatte eigentlich überhaupt keine Lust mehr auf loben, Aufmerksamkeit einfordern und unsere sonstigen Übungen, da sowieso nichts zu funktionieren schien. Ich habe ihn dann die meiste Zeit einfach weitergezogen und nichts gesagt.
Selbst in der Hundezone hatte er zwei Konflikte. Ein Hund war ziemlich ängstlich und wollte sich von Rayo nicht beschnuppern lassen. Er hatte sich unter einer Bank verkrochen und wollte da nicht heraus, woraufhin Rayo angefangen hat ihn anzubellen und anzuknurren, was das Zeug hält. Jedoch nicht etwa in der Art, wie als Spielaufforderung, sondern eher aggressiv. Natürlich habe ich ihn da weggezogen und weggeführt. Die Hundezone war relativ groß, also habe ich ein bisschen gewartet und ihn wieder laufen lassen, weil ich mir gedacht habe, er wird den anderen schon in Ruhe lassen. Hat er auch - für etwa 3 Minuten. Als die Besitzer des anderen Hundes mit diesem aus der Hundezone gehen wollten und ihn unter der Bank hervorgeholt haben, ist Rayo wieder hingestürmt um ihn nieder zu machen (trotz meiner Rufe "Nein, Rayo. Komm her, Rayo..."). Mir hat's dann auch gereicht und ich habe Rayo ziemlich ausgeschimpft inkl. 2 Klapse auf dem Po, was ich normalerweise nicht mache, aber ich war echt sauer.
Heute habe ich ihm in der Früh "Rescue-Tropfen" gegeben. Ich weiß nicht ob sie etwas geholfen haben. Wir hatten heute nämlich auch relativ viel Glück und haben nur wenige Hunde auf der Strasse getroffen. Einen "Zusammenstoß" hatten wir aber doch - auf dem Heimweg. Wir fuhren in der Straßenbahn und waren im Wagon bei der vorletzten Tür von hinten. Nach einigen Stationen ist ganz hinten eine Frau mit einem mittelgroßen Hund eingestiegen (ca. 30-40 cm Schulterhöhe). Als Rayo ihn gesehen hat, hat er sofort mit seinem wildesten, markerschütterstem Gebell angefangen und hat sich gewunden und zu dem Hund hingezogen. Ich habe ihn darauf hin "in den Schwitzkasten" genommen, weil er erstens unansprechbar war (auch wegen der Lautstärke - er hätte sowieso alles übertönt) und außerdem wären wir bestimmt vom Fahrer bald herausgeschmissen worden, wenn das länger gedauert hätte. Rayo hat sich in meiner Umklammerung gewunden und versucht heraus zu schlüpfen. Ich habe ihn auch nicht lange so gehalten. Allerhöchstens 20 Sekunden, vielleicht auch nur 10. Jedenfalls ist dann etwas sehr eigenartiges passiert: Nachdem ich ihn losgelassen habe, hat er aufgehört. Er hat nicht mehr gebellt, nicht mehr an der Leine gezogen, nichts. Er hat ganz kurz leise gewimmert, als würde er gerne zu dem Hund wollen, doch nur sehr kurz. Dann war er still, ruhig und sein Körper war nicht mehr angespannt. Nachdem er einige Zeit zu dem Hund geschaut hat, hat er sich sogar von sich aus umgedreht und hat uns angeschaut bzw. sich so benommen, wie er sich normalerweise benimmt in der Straßenbahn.
Ich frage mich, warum er dann so ruhig war. Hat er es einfach akzeptiert, dass er da nichts mehr machen kann und auch nicht hinkönnen wird, zum anderen Hund? Oder hat er gemerkt, dass der andere sowieso nicht herkommt und er deswegen nichts mehr zu machen braucht?
Ich weiß es nicht.
Fast die gleiche Situation hatten wir am Montag: Wir haben auf einer Bank auf den Bus gewartet und ein relativ kleiner Labrador Retriever (ein heller) ist hinter uns vorbei gegangen. Er war ganz ruhig, hat Rayo nicht einmal richtig beachtet oder angeschaut. Trotzdem ist Rayo bei seinem Anblick (er hat ihn schon von weitem gesehen) außer Rand und Band geraten. Er hat wieder geknurrt und sich gewunden, wollte über die Bank springen, zu ihm hin etc. Ich habe ihn dann einfach am Halsband und Geschirr gleichzeitig fest gehalten, habe ihn aber weder hinuntergedrückt noch in irgend eine andere Richtung gezogen, sonder einfach nur an der Stelle wo er gestanden hatte fixiert und habe nichts gesagt. Da er sich aber so fest gewunden hat, war ein ziemlich starker Zug auf den Bändern des Geschirrs. Ich weiß nicht ob es ihm weh getan hat, oder ob er einfach aus Wut oder Angst geschrien hat, jedenfalls hat er plötzlich mindestens 3 Mal sehr laut gejault, als ob man ihm sonst etwas antun würde. Ich habe ihn trotzdem nicht losgelassen, da er sonst über die Bank gesprungen wäre. Jedenfalls hat er dann von alleine aufgehört. Das Ganze ist wieder sehr schnell abgelaufen. Insgesamt hat es etwa vielleicht eine Minute gedauert. Als er dann still war, hat er den anderen Hund nur nebenbei beobachtet und ihn gar nicht so fixiert, wie man es vielleicht erwartet hätte - so wie er es macht BEVOR er zu bellen anfängt.
Ich glaube nicht, dass ich diese Situationen wirklich hätte verhindern können. Es ist mir nicht wirklich möglich ständig von einer Straßenseite auf die andere zu flüchten und ständig Richtungen zu wechseln etc. Abgesehen davon hab' ich auch nicht die Nerven dazu. Manchmal habe ich eben keine Lust eine Extrarunde zu gehen, nur um den einen Hund nicht zu treffen - und was garantiert mir, dass nach der nächsten Ecke nicht der nächste daher kommt?
Vielleicht hat es etwas zu bedeuten, dass Rayo sich nach dem "Festhalten" so radikal verändert, vielleicht lässt sich daraus eine Strategie entwickeln oder ein Grund für sein Verhalten ablesen...
Montag, 26. Juli 2010
Spaziergang am Abend
Rayo war sehr aufgeregt, zog fast die ganze Zeit an der Leine, ließ drehte sich jedoch bei Zuruf um, holte sich gegebenenfalls sein Leckerchen ab, woraufhin er wieder weiter vorwärts zog. Wir wissen den Grund für seine Aufgeregtheit nicht wirklich, vielleicht hat er sich einfach nur so gefreut, dass wir wieder zuhause waren und mit ihm spazieren gehen (heute sind wir erst relativ spät von der Arbeit gekommen - um ca. 18.30).
Wir hatten drei oder vier Hundebegegnungen. Am ersten Hund (ein Schäfer) konnten wir ihn noch halbwegs vorbeilotsen (C. hatte Rayo an der Leine, ich habe versucht ihn mit einem Leckerchen vor seiner Schnautze abzulenken, da er schon sehr aufgeregt war, Aggressionsstufe 2 von 5), doch gleich daraufhin hat er einen Bullterrier auf der anderen Straßenseite (des Gürtels!) bemerkt, wo er sehr ausser Rand und Band geraten ist (Stufe 4 von 5). Da Rayo am Brustgeschirr angehängt war, habe ich ihn am Halsband genommen um ihn besser über die Straße lotsen zu können - wir waren gerade dabei die Straße zu überqueren, als er den Bullterrier bemerkt hat.

Erst nachdem wir die Straße überquert haben, hat er sich wieder beruhigt. Er ließ sich nicht wirklich ablenken, was geholfen hat ist, dass ich ihn am Halsband in ziemlich flottem Tempo weiter gelotst habe.
Später haben wir einige Hunde in größerer Entfernung getroffen (Hunde waren auf der anderen Seite des Mittelstreifens), wobei Rayo ruhig geblieben ist - natürlich wurde er dafür gelobt.
Ein schlechterer Zwischenfall war bei der nächsten Straßenüberquerung, als ein Jogger uns sehr eng von hinten überholt hat. Rayo ist ihn böse angesprungen, doch ich konnte ihn rechtzeitig zurückziehen, ohne dass er den Jogger berührt hätte.

Als wir in der Hundezone waren ist außerhalb ein Mann mit einem Schäferhund vorbeigegangen. Ich habe Rayo an die Leine genommen, da ich mir schon gedacht habe, dass er ihn anbellen wird. Und tatsächlich - er hat es versucht. Ich habe mit ihm die "weiter"-Übung gemacht bzw. versucht, während der Hund draussen vorbeigeht mit Rayo ab und auf zu gehen (parallel zum Hund, Entfernung ca. 10 m) Hat relativ gut geklappt, aber man hat gesehen, dass Rayo nicht wirklich ruhig und gelassen war und die Situation auch besser hätte laufen können.
Wir hatten drei oder vier Hundebegegnungen. Am ersten Hund (ein Schäfer) konnten wir ihn noch halbwegs vorbeilotsen (C. hatte Rayo an der Leine, ich habe versucht ihn mit einem Leckerchen vor seiner Schnautze abzulenken, da er schon sehr aufgeregt war, Aggressionsstufe 2 von 5), doch gleich daraufhin hat er einen Bullterrier auf der anderen Straßenseite (des Gürtels!) bemerkt, wo er sehr ausser Rand und Band geraten ist (Stufe 4 von 5). Da Rayo am Brustgeschirr angehängt war, habe ich ihn am Halsband genommen um ihn besser über die Straße lotsen zu können - wir waren gerade dabei die Straße zu überqueren, als er den Bullterrier bemerkt hat.

Erst nachdem wir die Straße überquert haben, hat er sich wieder beruhigt. Er ließ sich nicht wirklich ablenken, was geholfen hat ist, dass ich ihn am Halsband in ziemlich flottem Tempo weiter gelotst habe.
Später haben wir einige Hunde in größerer Entfernung getroffen (Hunde waren auf der anderen Seite des Mittelstreifens), wobei Rayo ruhig geblieben ist - natürlich wurde er dafür gelobt.
Ein schlechterer Zwischenfall war bei der nächsten Straßenüberquerung, als ein Jogger uns sehr eng von hinten überholt hat. Rayo ist ihn böse angesprungen, doch ich konnte ihn rechtzeitig zurückziehen, ohne dass er den Jogger berührt hätte.

Als wir in der Hundezone waren ist außerhalb ein Mann mit einem Schäferhund vorbeigegangen. Ich habe Rayo an die Leine genommen, da ich mir schon gedacht habe, dass er ihn anbellen wird. Und tatsächlich - er hat es versucht. Ich habe mit ihm die "weiter"-Übung gemacht bzw. versucht, während der Hund draussen vorbeigeht mit Rayo ab und auf zu gehen (parallel zum Hund, Entfernung ca. 10 m) Hat relativ gut geklappt, aber man hat gesehen, dass Rayo nicht wirklich ruhig und gelassen war und die Situation auch besser hätte laufen können.
Sonntag, 25. Juli 2010
Nach Hause ohne Marta
M. wollte am Samstag Ihren Zug erwischen und verabschiedete sich von Rayo und mir in der kleinen Hundezone am Marga.-Gürtel. Rayo gefiel das wenig (verständlich) und er musste erstmal ausgiebig zum Abschied bellen. Nach einiger Zeit beruhigte sich Rayo wieder. Zwei kleinere Hunde, die an der Hundezone vorbeispazierten, bellte er nur kurz an (Aggressions-Stufe: 1 von 5). Nach einiger Zeit machten wir uns auf den Heimweg: Rayo, angeleint, hielt nach M. Ausschau. Zwei Jugendliche warteten am Zebrastreifen zum B.-K.-Park. Rayo wollte die Zwei wohl fragen, ob sie M. gesehen hatten, weil er Sie mit seinem Bellen und Ziehen in ihre Richtung ziemlich erschreckte (Aggressions-Stufe: 1 von 5). Auf halbem Nach-Hause-Weg in einer schmalen Gasse kam uns ein großer Mann entgegen. Als wir auf gleicher Höhe waren und der Mann nahe bei uns vorbei ging, knurrte ihn Rayo an und zog in seine Richtung (Aggressions-Stufe: 2 von 5) - er konnte ihm aber nicht nahe kommen, weil der Mann trotz seiner Größe erstaunlich wendig war und einen überaus beachtlichen Sprung auf die Straße hinlegte; außerdem war Rayo ja an der Leine.
Montag, 19. Juli 2010
Spaziergang am Abend - Hundebegegnung
Heute Spaziergang um 20.40-21.40 Uhr: Extrem an der Leine gezogen. Auf dem Hinweg (zur Hundezone am Gürtel) kam uns ein großer Hund entgegen ("Kampfhundrasse"). Christoph hatte Rayo an der Leine. Rayo hat den Hund zuerst nicht bemerkt, obwohl er schon relativ nah war (ca 20m). Als ich den Hund bemerkte und vorschlug die Straßenseite zu wechseln, hat Rayo den ihn auch bemerkt und sofort mit Ziehen und Bellen losgelegt. "Aggressivitätsstufe" 4 von 5.
Restlicher Spaziergang: Rayo war extrem abgelenkt, hat überhaupt nicht auf uns geachtet (weniger als sonst). Hat viel an der Leine gezogen. Hat uns auch in der Hundezone wenig Beachtung geschenkt. Ich war schlecht aufgelegt und angespannt.
Marta
Restlicher Spaziergang: Rayo war extrem abgelenkt, hat überhaupt nicht auf uns geachtet (weniger als sonst). Hat viel an der Leine gezogen. Hat uns auch in der Hundezone wenig Beachtung geschenkt. Ich war schlecht aufgelegt und angespannt.
Marta
Abonnieren
Posts (Atom)